Samstag, 13. August 2011

I´m Still Here


Es haben sich sicherlich viele gefragt, ob es ein Witz sein sollte, dass Joaquin Phoenix seiner brillierenden Schauspielkarriere wirklich ein Ende setzen wollte. Ist man jedoch im Kino gewesen, um sich die Dokumentation über seinen Werdegang an zu sehen, fällt einem schon fast ein Stein vom Herzen. Die heiß diskutierte Karriere des eher mittelmäßig guten Newcomer Rappers JP ist ein Fake. Das sorgt natürlich für reichlich Stoff. 

Gestern habe ich mir die Dokumentation im "Mal Sehen" Kino in Frankfurt angeschaut und ich muss sagen, ich war begeistert. Der ganze Film ist wie eine einzige Situationsaufnahme. Verschiedene Kameras mit unterschiedlichen Einstellungen, deren Filmmaterial teilweise abrupt zusammen geschnitten worden ist, und das wackeln der Handkamera, hauchen der Dokumentation sehr viel Leben und Intimität ein. Ich war beeindruckt, von der schauspielerischen Leistung der Akteure. Der Reiz dieser Fake Dokumentation ist die Frage, wer von den auftretenden Schauspielern etwas davon wusste und wer der Figur JP glauben schenkte. Ebenfalls ist es einfach unfassbar, dass Joaquin Phoenix aus sich selbst eine gescheiterte Gestalt machte und dies seit dem Herbst 2008 durch ziehen konnte, ohne die Fassade fallen zu lassen. Jemand der das tut muss entweder genial oder verrückt sein. 

So fragt man sich: Was ist in dieser Dokumentation echt und was ist fake? 
Hat JP wirklich Sex mit der Prostituierten, oder tut er nur so? Waren die ekligen Aktionen seines Partners Anton nur vorgetäuscht? 

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass alles ein Fake sein muss und die Darsteller einfach unglaublich gut sind. Ebenfalls ist es interessant Schauspieler wie Ben Stiller oder auch Sean Combs in einer völlig anderen Rolle zu sehen. Nämlich in einer ahnungslosen. 
Als Zuschauer ist man zwischen Fremdschämen, Lachen, Faszination, Ekel, Mitleid und Bewunderung für die schauspielerische Leistung hin und her gerissen. Am Ende verbleibt man nachdenklich zurück und findet das ganze einfach krass. 



Mein Tip:

Geht ist Kino!! Es lohnt sich auf jeden Fall. Es ist vielleicht nötig eine Vorstellung mit deutschem oder englischem Untertitel zu wählen, da besonders JP sehr nuschelt und bis auf das häufig auftretende Wort Fuck, nur sehr schwer zu verstehen ist.

Viel Spaß

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